People – Berliner Bilder (16)

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© silberfink / Berlin Kreuzberg 2014 / 3 Fotos

19 Kommentare
  1. Wie dem auch sei. Bis dahin fand ich Deine Interpretation durchaus interessant und bereichernd.
    „Es hört doch jeder nur, was er versteht.“, soll olle Goethe gesagt haben. Mit dem Sehen verhält es sich womöglich ähnlich. :-)
    Und nein, ich habe nur fotografiert, nicht interviewt…

  2. Odysline sagte:

    Ich sehe eine kleine Reise- / Sporttasche oder sowas. Klar, die wird auch mit der Hand getragen, ist aber keine echte Handtasche. Der Hund ist zwar klein, aber keine echte dekadente Handtaschenzüchtung. Einen Vertreter des erfolgsorientierten Bürgertums sehe ich in dem Model nicht. Auch die Bierflasche in dieser Situation spricht dagegen, wie die Gesamterscheinung und Szenerie überhaupt. Da hilft es auch nicht, dass er auch einen erstaunlich gepflegten Eindruck macht. Aber eventuell hast du ihn auch gesprochen und weisst mehr. Ich kann mir nur an Hand des Bildes ein Bild machen.

  3. Handtaschenzüchtung! Ich schrieb Handtaschenzüchtung und meinte das Tier in der Handtasche, das man Hund nicht mehr nennen kann und das ohne Handtasche vermutlich nicht überleben würde…

  4. Odysline sagte:

    Handtaschenzüchter? Auch noch nicht gehört – grins. Jeder hat seine Eiltelkeiten, Handtaschen und Schuhe sind halt Klassiker der modernen Frau.

    Der Traum vom Erfolg scheint mir ein allgemein menschlicher Wunsch. Jeder hat ihn mal. Was du vermutlich mit bürgerlich meinst, ist die berüchtigte Karrieregeilheit für Haus, Auto, Yacht und easy going – auf der Überholspur. Der „gutbürgerliche“ Erfolg wird eher konkret erarbeitet, mit erdnahen Erwartungen (nat. auch nicht immer). Phantasieerfolge sind eher den sogenannten Loosern unter den Menschen eigen. Der kleine Mann z.B., gibt zu seiner Promotion in Spe am liebsten seinen Lottoschein ab.

    Den jungen Mann kann man natürlich nur spekulativ interpretieren. Ihn scheint nichts zu erschüttern, versteht sich scheinbar auf die „Leichtigkeit des Seins“. Wirkt es gar verlockend ihn darum zu beneiden? Das lass ich mal lieber… Jedenfalls hat deine Kamera ein Motiv eingefangen, an dem sich Individual- Lebens- oder Gesellschaftsphilosophie entfachen ließe (falls man sich soweit reinsteigern will). Nicht eben wenig für ein scheinbar simples Motiv… Soetwas klappt sicher auch nicht allzu oft.

  5. Sind denn die Handtaschenzüchtung und die Hoffnung auf den großen Wurf nicht doch bürgerliche Merkmale?

  6. Odysline sagte:

    Ich sehe einen Aussteiger, der den kompletten Ausstieg noch nicht geschafft hat, sich einen „bürgerlichen Einstieg“ nicht mehr vorzustellen vermag, oder sich nie vorstellen wollte, noch nichts vom gänzlichen Scheitern weiss und wissen will, sich mit einer Art Optimismus bekleidet… und es im Moment irgendwie cool findet das Interesse eines Fotografen zu geweckt zu haben. Vielleicht hofft er, gerade entdeckt zu werden, für seinen Lebenstraum vom Streepeople zu irgendwas Besonderem… Resigniert zu haben scheint er jedenfalls noch lange nicht… Jetzt jedenfalls noch nicht… dieser vermutlich sanguinisch begabte Lebenskleinkünstler. ;-)

  7. Ja, ich schwebe etwas höher. Und ich komme auch nicht zu Dir runter. :-)

  8. Ach schon gut, du schwebst einfach etwas höher. Lassen wir’s endgültig gut sein.

  9. Ich sehe nichts Kritisches in dem Bild. Punkt.
    Ich finde den Kerl erfrischend portraitiert, dabei ist vollkommen egal, wer er ist, es gibt keinen kritschen Kontext, außer das er anscheinend ist, was er ist. Aber die Resonanz, die du dir wünscht, wirst du wahrscheinlich woanders in vollem Umfang haben.

  10. Ob und was jemand versteht hat nichts mit meinen Bildern zu tun, sondern mit demjenigen selbst. Darin sind wir uns einig. Ich verstehe sie wahrscheinlich selbst nicht vollständig. Deshalb wären aufmerksame, interessierte Betrachter mit eigenem, weiten Blick ein echter Gewinn…

    Wenn der Betrachter aber bereits den einfachsten Referenzrahmen bzw. die wichtigsten Bezugsgröpßen Zeit und Raum (Ort) leugnet, nur weil sie nicht explizit abgebildet sind, dann wird es mit dem Verstehen schwierig. Wenn man das Blickfeld stark begrenzt, kann man natürlich nicht weit sehen. Das ist keine Neuigkeit. Und damit meine ich nicht hellsichtiges um die Ecke denken.
    Nebenbei bemerkt finde ich es äußerst bequemlich bis denkfaul, Narben und ähnlich Offensichtliches als bildlichen Beweis zu fordern um den kritischen oder konfliktgeladenen Gehalt eines Fotos o.ä. anerkennen zu können oder zu wollen. Im Übrigen könnte die von Dir als wenig spannend, als bloß nett empfundene Bildaussage einen Teil der kritischen Sicht ausmachen. Nur mal so als Hinweis… :-)

    Allerdings widerspricht diese zuletzt von Dir getätigte Aussage Deinem Ursprungskommentar, der die Serie als erfrischend und cool beschrieb. Das macht nun beide Aussagen unglaubwürdig…

  11. Du, kein Problem. Nur vorsichtshalber: Du meintest mit den kryptischen Beschreibungen der anderen Ebenen oder so nicht etwa, dass das ein Obdachloser ist (sein könnte) und damit den kritischen Aspekt? Da hätten wir uns die Diskussion sparen können. Bier, Hund, Punk… passt alles. Ich sehe aber nur einen Menschen ohne Bezug zu seiner Umgebung, der freundlich in deine Kamera glotzt (deshalb der provokante Vergleich mit dem Plattenlabel: Kann eigentlich jeder sein). Ich habe etwas Probleme mit Fotografen, die es unverständlich – ja abwertend ignorant- finden, wenn man ihre Bilder nicht versteht, wie sie sie selbst vorgehabt haben. Letztendlich entscheidet immer der Betrachter. Und abgekoppelt von deinem Gesamtwerk mit zweifelsohne tollen Perlen ist diese Serie in seiner mehrschichtigen Aussage für mich nicht soo spannend. Keine Konflikte, keine Kommunikation, keine „echte“ Wahrheit hinter der Gesichtsfassade, keine Narben und Spuren deines Protagonisten, die hervortreten. Sorry: Nett eben!

  12. Ich habe auch keine Ahnung wie Du auf Plattenlabel und Wacken kommst. Ich werde darüber noch nachzudenken haben. Aber ich finde es gut, dass Du Dich schlussendlich noch bemüht hast.

    Entschuldige bitte, dass ich Dein Lob nicht so ohne weiteres annehmen konnte.
    Aber was nützt (D)ein Lob, wenn es mich gar nicht betrifft? Es könnte sogar schaden.
    Es wäre fast so, als lobte man mich dafür besonders unkompliziert und umgänglich zu sein… :-)

  13. Ich rede nur über die drei Bilder, über keine anderen von dir. Wahrscheinlich ein Mitarbeiter eines kleinen Plattenlabels, der sich gerade bei einem Feierabend-Bierchen freut, das seine Band auf Wacken 2014 gespielt hat.Oder dass er seinen Hund mit ins Büro bringen kann. Keine Ahnung. Oder sieht man noch was anderes ohne Vorkenntnisse? Die Flasche Bier? Der Bordstein? Die Kleidung? Die Ignoranz? Dann wird’s aber Klischee. Aber lass gut sein.. ich bin da nicht tiefgründig genug.

  14. Selbst wenn es die einzigen drei Fotos wären die ich jemals gemacht hätte, beinhalten sie doch allein und ganz offensichtlich und unübersehbar schon mehr als nur die Abbildung bzw. Wiedergabe einer (angeblich) positiven Emotion. Über die ließe sich dann auch noch streiten…
    Ich betrachte es nicht als meine Aufgabe meine Fotos zu erklären, gegen allzu offensichtliche Friede-Freude-Eierkuchen Interpretationen muss ich dann aber doch mal aufmucken. :-)

  15. Sorry, ich sehe in den Bildern nur einen (sehr) begrenzten Bezugsrahmen. Einen Menschen mit (positiver) Emotion. Für einen erweiterten (sozialkritischen etc,) Rahmen sind sie zu spontan (oder ich sage mal begrenzt) in ihren fotografischen Mitteln und ohne Einbindung in ihre Umgebung.

  16. Menschliches Verhalten in konzentrierter Form sichtbar, in kleinen Serien oder in Einzelbildern: Erfrischend können diese Bilder bzw. das Abgebildete nur in einem (sehr) begrenzten Bezugsrahmen erscheinen, in größerem, menschlichen Rahmen muss man sie/es kritisch sehen. Wer sich in der Bewertung der Bilder auf den begrenzten Rahmen einschränkt, übersieht, man muss sagen ignoriert, die in den Bildern sichtbar angelegten (erfassten/dokumentierten) Bezugsebenen.

  17. Danke sehr. Doch ein nicht geringer Teil (D)eines Bildempfindens geht auf den Betrachter zurück.
    Meine Bilder sind niemals unverfänglich. Keines. Nicht eins.
    Sie sind mindestens mit einem – wenn auch freundlich gesonnenen – distanzierten, oft,
    sehr oft aber mit kritischem Blick eingefangen.
    Oder sagen wir so, da ich zwei Augen habe: immer mit beiden Blicken.
    Der freundliche Blick gilt dem Menschen, der kritische seinen (manchmal nicht direkt sichtbaren) Fehlern…

    ;-)

  18. Mir gefällt total wie du Berlin in seinen Menschen darstellst. Die Serie hier hat was wunderbar natürliches und lockeres.

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