Berlin On Ice

Berlin Februar 2012

 
 

6 Kommentare
  1. Da bleibt mir (momentan) wiedermal nichts mehr zu sagen… :-)

  2. arso sagte:

    Nun, mit diesen Veranstaltungen ist dies sicher immer so eine Sache. Ich kann natürlich im Moment nur etwas vage verorten, was Du unter „Kunstkommerz“ verstehst, denn dieser Begriff stellt ja letztlich eher einen Allgemeinplatz dar. Das Maß, die Intensität, aber der etwas beginnt über ein bestimmtes (allgemein akzeptiertes) Maß hinaus (negativ) zu wirken, rezipiert und definiert jeder anders. Von daher kann ich hierzu im Moment keine Aussage treffen, ob ich es (auch) so sehen würde; vermutlich aber (gefühlt) ja. Mir scheint, als wäre es eine dieser modernen Freiluft-Merchandising-Vernissagen für Lebenskünste vielerlei Art(en).

    Tolles Wort, übrigens, das „Gefühlsentertainment“ – trotz des Anglizismus, der das Spätmittelhochdeutsche trifft ;-)

    Ja, das ist es, was ich vorhin nicht in Sprache fassen konnte; ich hatte noch eine andere Assoziation für den Gesichtsausdruck des Cellisten, aber kam nicht auf das passende Wort. Unbeteiligt. Das trifft es. Gesichter können so wunderschön(e) Dinge (be)schreiben. Und nun habe ich ja auch einen erweiterten Kontext – dank Deiner Ausführungen.

    Es ist etwas Wundervolles, einem Drang, oder einer häufig vorhandenen inneren Stimme der Inspiration zu folgen. Dieser Art von verinnerlichtem Sein, das dann nach Außen getragen wird, indem es körperlich greifbar oder sichtbar wird, ist ein -wie ich finde- kleines Faszinosum. Dinge, die man mit Leidenschaft macht, die sind Balsam für die Seele(n) und (häufig) auch Quelle für Beseeltes.

  3. Vielleicht kann ich sagen, dass ich diese Veranstaltung dort – ich lasse sie hier unbenannt, da ich sie nur als eine von vielen betrachte – sehr kritisch gesehen habe, inhaltlich nicht ausschließlich, eher in der Kombination von Darbietung und Abfolge. Ich konnte sie nur als fade Zusammenstellung aus inzwischen mehr als bekannten Elementen des Kunstkommerz, als Gewissenskonsum und Gefühlsentertainment identifizieren… Zu allem Überfluss hatte sich die Veranstaltung einen basisdemokratischen Anstrich mit Hilfe der (englischen!) Speakers‘ Corner gegeben, dessen Anspruch sie nicht im geringsten erfüllte.
    Der Cellist erschien mir als wahrhaftiger Musiker, wirkte relativ unbeteiligt am Polit-Kunst-Rummel. Mit der Konzentration auf das (geliebte, bekannte) Instrument gelang ihm vielleicht auch eine Flucht aus der (peinlichen) Realität. Das habe ich eingefangen, so entstand die Tiefe des Ausdrucks.

    Es ist der Art des Fotografierens (streetfotografie) geschuldet, dass es auch weniger scharfe Bilder geben kann, was aber die Stärke des Ausdruck nicht schmälern muss. Der Junge war völlig im Tagtraum versunken als ich ihn entdeckte. Ich musste schnell und unauffällig handeln. So kann es sein, dass der Schärfepunkt nicht genau auf dem Gesicht liegt, sondern einige Milimeter davor. (Muss das Original mal prüfen..)

    Begabung ist das was einen sowieso interessiert, wofür man deshalb den besonderen, den
    spezielleren Blick / Nerv hat, oder? Es ist sozusagen eigentlich keine große Leistung, eher ein Drang dem man folgt, Leidenschaft… Dass Du es so (s.o.) siehst, spricht für die andernorts erwähnten Gemeinsamkeiten.

    Danke für Dein Interesse. :-)

  4. arso sagte:

    Bezug: scenes IV – Berlin 2011-2012

    Das Foto mit dem Cellisten gefällt mir außerordentlich!
    Zum einen, weil man auf eine Collage trifft, die erst nach dem Verweilen auf dem Bild als solche zu erkennen ist, denn im ersten Eindruck könnte man schon meinen, es wären 2 Cellisten.
    Zum anderen, weil durch diese Technik auch eine andere Nähe entsteht. Bemerkenswert finde ich auch die Gestik des Akteurs, bei der man ein wenig das Gefühl hat, man könnte etwas in dessen Seele schauen. Das hat Tiefe. Zudem nehme ich das Foto als Stillleben war…

    Das Foto mit dem Jungen, dessen Arm auf dem Fahrrad-Lenker liegt, ist ein wundervolles Portrait. Einerseits hat man den Eindruck, er würde direkt in die Kamera schauen, aber andererseits hat es auch den Hauch eines Stilllebens, das als Momentaufnahme entstanden sein kann.
    Des Weiteren finde ich das Graustufenspektrum hier sehr harmonisch. Das Gesicht wirkt aber m.E. etwas „glatt“. Ich weiß nun nicht, ob das an der Flash (die ja verkleinerte Fotos darstellt) liegt, oder ob hier vielleicht doch ein Hauch Schärfe fehlt, die anders gewirkt hätte. Möglicherweise ist das Originalfoto ja im Gesicht schärfer.

    Ich finde ja, Du hast eine ausgesprochene Begabung inbesondere für Portraits. Ich erinnere gerade eine Reihe Fotos, die ich so vage im Gedächtnis habe, von Dir. Das sind -warum auch immer- mehrheitlich eher Portraits bzw. solche mit Menschen(skindern). Aber, dies heißt im Umkehrschluss gewiss nicht, dass Du andere Motive nicht ebenso begabt umzusetzen vermagst.

    Greetz,
    S.

  5. Man muss wohl auch über ein entsprechendes verfügen, um es sich von ein paar Winterfotos erwärmen lassen zu können… :-)

  6. Marlies Schacht sagte:

    Herzerwärmendes Fotointermezzo !!!!!

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